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jahr1:gefuehle

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jahr1:gefuehle [2017/12/21 09:01]
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c.rakebrandt [Erläuterung]
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-Laut C. G. Jung stellt das Fühlen eine der vier psychologischen Grundfunktionen dar (neben Denken, Empfinden und Intuieren). Es wird in der Psychologie von Grundgefühlen ausgegangen,​ die in allen menschlichen Kulturen vorkommen und die einen deutlich unterscheidbaren Gesichts- und Gesamtkörperausdruck haben:+Laut C. G. Jung stellt das Fühlen eine der vier psychologischen Grundfunktionen dar (neben Denken, Empfinden und Intuieren). Es wird in der Psychologie von fünf Grundgefühlen ausgegangen,​ die in allen menschlichen Kulturen vorkommen und die einen deutlich unterscheidbaren Gesichts- und Gesamtkörperausdruck haben:
  
   * Angst   * Angst
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   * Freude   * Freude
  
-Gefühle haben die Funktion, ​schwierige Situationen besser ​zu bewältigen. So hilft die Angst, unser Bewusstsein auf eine Gefahr zu lenken und Kräfte zu mobilisieren,​ ihr zu entgehen. Wut entsteht aus der Frustration heraus, das Gewünschte nicht bekommen zu haben oder eine Grenzüberschreitung zu erleben. Die Aktivierung durch die Wut mobilisiert die Energie, diesen unangenehmen Zustand zu verändern. Trauer hilft bei Verlustheilt seelische WundenAltes wird gewürdigt und man kann Kraft schöpfen für einen Neubeginn. Freude hat die Funktion, Kontakt herzustellen,​ die Beziehung zu Mitmenschen zu stärken und Abenteuer- und Entdeckerlust zu fördern.+Gefühle haben die Funktion, ​Interaktionen ​zu gestalten und zu verarbeiten. So hilft die Angst, unser Bewusstsein auf eine Gefahr zu lenken und Kräfte zu mobilisieren,​ ihr zu entgehen. Wut entsteht aus der Frustration heraus, das Gewünschte nicht bekommen zu haben oder eine Grenzüberschreitung zu erleben. Die Aktivierung durch die Wut mobilisiert die Energie, diesen unangenehmen Zustand zu verändern. Trauer hilft bei Verlust ​und heilt seelische WundenAltes wird gewürdigt und man kann Kraft schöpfen für einen Neubeginn. Freude hat die Funktion, Kontakt herzustellen,​ die Beziehung zu Mitmenschen zu stärken und Abenteuer- und Entdeckerlust zu fördern.
  
-Gefühle sind aufgrund ihrer Funktionalität wertfrei – es gibt per se keine guten oder schlechten GefühleSie werden jedoch erlernt und gesellschaftlich bewertet: Angst und Trauer gelten z.Bals unmännlicheine wütende Frau gilt schnell als FurieGefühle entstehen in Bruchteilen ​von Sekunden: Es tritt eine Situation eindiese Situation ruft Gedanken ​und Bilder hervor; aufgrund dieser Gedanken/​Bilder ​werden ​Gefühle hervorgerufen.+Jedes Gefühl hat eine ihm eigene Erregungskurve,​ die vom Ausgangszustand der Ruhe über Empfinden, Gewahrsein, Mobilisierung von Energie, Handlung, Kontakt, Nachkontakt/​Loslassen wieder zur Ruhe führt (siehe Kontakterregungszyklus)Wird diese Kurve nicht vollständig durchlaufen,​ wird der Prozess vor der Vollendung unterbrochen,​ d.hGefühle festgehaltenkommt es zu Spannungen, die sich im Körper gehalten bleibenIn der Gestalttherapie sprechen wir von "​unerledigten Geschäften"​ oder "nicht geschlossenen Gestalten"​. Das entsprechende Gefühl ​tritt immer wieder aufd.h. es wird dysfunktional. So dient beispielsweise die Angst nicht mehr dem Selbstschutz,​ sondern sie ist zum Selbstzweck geworden ​und kann zu Panik werden, zur Angst vor der Angst.
  
-Ersatzgefühle sind Ausdrucksventile für Gefühle, die nicht erlaubt sind oder durch Mangel an Erfahrung nicht möglich sind. Ein Ersatzgefühl für Freude kann Stolz sein, für Angst bzw. Wut Eifersucht, für Ärger Neid, für Trauer Verzweiflung,​ für Wut bzw. Angst Trotz. Weitere Ersatzgefühle sind Ironie, Arroganz, Schuldgefühle,​ Enttäuschung,​ Bewunderung,​ Hass, Überheblichkeit,​ Pessimismus und Ehrgeiz. 
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-Bei Schmerz, Hunger und Müdigkeit spricht man von einem körperlichen Empfinden, nicht von Gefühl. 
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-Gefühle, E-Motionen haben eine Grundbewegung (Motion): Entweder ist es eine Bewegung auf etwas zu oder von etwas weg. Gefühle der Hinbewegung sind Freude, Ärger/Wut, Lust, Mitgefühl; Gefühle der Wegbewegung sind Angst, Ekel, Hass. Trauer ist eine nicht mögliche Hinbewegung. Dankbarkeit,​ Demut und Seligkeit sind erfüllte Hinbewegungen. 
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-Jedes Gefühl hat eine ihm eigene Erregungskurve,​ die vom Ausgangszustand der Ruhe über Empfinden, Gewahrsein, Mobilisierung von Energie, Handlung, Kontakt, Nachkontakt/​Loslassen wieder zur Ruhe führt (siehe Kontakterregungszyklus). Wird diese Kurve nicht vollständig durchlaufen,​ wird der Prozess vor der Vollendung unterbrochen,​ d.h. Gefühle festgehalten,​ kommt es zu Spannungen, die sich verfestigen. In der Gestalttherapie sprechen wir von "​unerledigten Geschäften"​ oder "nicht geschlossenen Gestalten"​. Das entsprechende Gefühl tritt immer wieder auf, d.h. es wird dysfunktional. So dient beispielsweise die Angst nicht mehr dem Selbstschutz,​ sondern sie ist zum Selbstzweck geworden und kann zu Panik werden, zur Angst vor der Angst. 
  
 ==== Besonderheiten in der CoreDynamik ==== ==== Besonderheiten in der CoreDynamik ====
jahr1/gefuehle.txt · Zuletzt geändert: 2018/04/28 20:21 von c.rakebrandt