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jahr2:beziehungsarchetypen

Beziehungsarchetypen

Bearbeitungsstand: Nur Grundlagen, muss weit er bearb eitet werden.

Schlagworte

Paare, Beziehung, Archetypen

Einsatz in der Coredynamik

Ausbildungsseminar 2.1 - Paarseminar

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Definition

Beziehungsarchetypen sind grundlegende Einstellungs- und Verhaltensmuster in Partnerschaften, die kultur- und epochenübergreifend in Märchen, Mythen, Dramen und Komödien aufgegriffen und inszeniert wurden und die in der Paarberatung Diagnose und Bearbeitung von Paardynamiken dienen können.

Erläuterung

Shiva und Shakti

Qualitäten: Verschmelzung, gegenseitige Hingabe, Ruhe und feine Intensität und Dichte, sich einschwingen auf eine gemeinsame, feine Frequenz, sich gegenseitig nähren, Vertrauen und Grenzen loslassen, der Kontakt mit der Außenwelt ist Störung und Erlösung zugleich, da man sich trennt.

Schatten: Konfluenz, Verlust der eigenen Identität, der Individuation und persönlichen Profilierung ausweichen

Tristan und Isolde

Sehnsucht, Idealbild, Romantik, Poesie, sich ausdehnen in eine Möglichkeit hinein, Fantasie

Schatten: dem Kontakt ausweichen, Projektion, sich verlieren in Traumbilder, nichts nehmen müssen/können, im Vorkontakt bleiben, Flucht aus der Realität in eine Fantasiewelt

Pygmalion

Hinwendung, Gestalten wollen, genaues Hinsehen, Potenzial erkennen und fördern, Führung übernehmen, Energie zuführen

Schatten: Doppelbotschaft von Verehrung und Abwertung lähmt das Gegenüber, totale Projektion des Idealbildes, Macht, Kontrolle, Sadismus

Ishtar und Tammuz

Einführen in die Liebe, Schenken von jugendlicher Kraft, Profitieren von der großen Unterschiedlichkeit. Der Vergänglichkeit ein Schnippchen schlagen durch das Kombinieren der Qualitäten zweier verschiedener Reifestufen im Leben: Jugendlichkeit und Erfahrung

Schatten: Überbemutterung, Besitzergreifende und verschlingende Mutter, nicht seinen Mann stehen, Abhängigkeit von der Mutterfrau

Zeus und Hera

Energie durch Reibung, Kontakt durch Auseinandersetzung, Kräfte messen, Augenhöhe, den anderen als ebenbürtigen Partner fordern, sich gegenseitig die Bälle zuspielen

Schatten: Intention des Verletzens, fertig machen, Egozentrik, den anderen nicht mehr sehen, nur der Sieg zählt

Merlin und Viviane

Austausch von Wissen gegen jugendliche Frische. Sie belebt ihn, er gibt ihr Wissen, Beständigkeit, Bodenhaftung und Macht. Der Vergänglichkeit ein Schnippchen schlagen durch das Kombinieren der Qualitäten zweier verschiedener Reifestufen im Leben: Jugendlichkeit und Erfahrung

Schatten: Ausnutzen, Abhängigkeit, Verhindert die Entwicklung der Frau, Verlust der Würde des Alters, Vergessen der Verantwortung, die Reife und Erfahrung mit sich bringen und die das Gebrauchen der Macht erfordert

Bruderfrau und Schwestermann

Ebenbürtigkeit, verlässlich, tragfähig, auf Dauer ausgerichtet, an einem Strang ziehen, spüren und benennen der eigenen Bedürfnisse, Geborgenheit, Harmonie, Balance, Fairness, gegenseitige Förderung und Unterstützung.

Schatten: Langeweile. Differenzierung, Spannung und Erotik können fehlen

Carmen und Don Juan

Erotik, viel Energie, spielerisch, entdeckungsfreudig, neugierig, risikobereit, zielorientiert

Schatten: Egozentriert, es geht mehr um das Erobern als um die Person, bindungsängstlich, Verweilen im Vorkontakt, Pseudokontakt ist besser als echter Kontakt, Gegenüber wird nicht wahrgenommen, keine erwachsene Begegnung

Besonderheiten in der CoreDynamik

In der CoreDynamik betrachten wir Dynamiken zunächst wertfrei und gehen davon aus, dass jede Tendenz Licht und Schattenseiten hat. So werden hier die Qualitäten der Beziehungsarchetypen beschrieben. Der Schatten entsteht, wenn die Qualitäten übertrieben werden, wenn die Ich-Identität zu wenig ausgeprägt ist und wenn das Muster den echten Kontakt überlagert / vermeidet.

Die Beziehungsarchetypen sind ein diagnostisches Instrument in der therapeutischen Arbeit mit Paaren.

Hier weiterlesen

Doris Müller, 2001. Dramatherapie als Kreativitätstraining und Bewusstseinsklärung, in: Bernhard Mack (Hrsg.), CoreDynamik. Wege zum Kern. Paderborn: Junfermann, S. 152-159.

Verena Kast, 1984. Paare. Beziehungsphantasien oder wie Götter sich in Menschen spiegeln. Stuttgart. Kreuz. Autorin dieses Artikels: Christina Rakebrandt

Illustration: Annemieke Gieseke

Fragen und Antworten

jahr2/beziehungsarchetypen.txt · Zuletzt geändert: 2017/12/21 09:01 (Externe Bearbeitung)